Versorgungssicherheit. Ist auch eine Frage der Technik.

Im wachsenden Berliner Südosten betreiben wir heute ein rund 140 km umfassendes Fernwärmeverbundnetz, in das drei moderne Heizkraftwerke ihre Wärme einspeisen. Hier wird Fernwärme zu über 90 Prozent in effizienter Kraft-Wärme-Kopplung erzeugt. Holz, Erdgas und Kohle liefern die Energie für den Betrieb der drei Kraftwerke. Die Kraft-Wärme-Kopplung sowie der große Anteil an Holz als regenerativem Energieträger sind dabei entscheidend zur Erfüllung der Vorgaben des Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz (EEWärmeG).

Der aus dem diversifizierten Energiemix resultierende Primärenergiefaktor liegt aktuell bei dem sehr niedrigen Wert von nur 0,25 und macht unsere Fernwärme besonders attraktiv. Nicht zuletzt erlaubt die Wärmeerzeugung im Kraftwerksverbund einen effizienten, last- und bedarfsgerechten Einsatz der drei Anlagen. Modernste Rauchgasentschwefelung und permanente Kraftwerksoptimierung sorgen für einen umweltschonenden Betrieb. Die drei Kraftwerkteams sowie ein mobiles, auf das Wärmenetz spezialisiertes Team der BTB kümmern sich um Betrieb, Wartung und Instandhaltung der Anlagen und des Netzes. So können wir für unsere Kunden jederzeit eine zuverlässige Energieversorgung sicherstellen.

Heizkraftwerk Adlershof

Die 1966 errichtete Anlage konnte 1992 von der BTB übernommen werden. Es folgte eine grundlegende technische und bauliche Erneuerung bei laufendem Betrieb sowie der Ausbau zum Ressourcen schonenden Heizkraftwerk. Dabei wurde die Anlage erfolgreich von Dampf auf Heißwasser und vom Betrieb mit schwerem Heizöl auf Erdgas umgestellt.

Die Kraft-Wärme-Kopplungsanlage besteht aus einer Gasturbine, fünf Gasmotor-Generator-Aggregaten und vier Heißwassererzeugern zur gekoppelten Strom- und Wärmeerzeugung. Mit der Errichtung von fünf Druckheißwasserspeichern mit insgesamt 2000 m³ Volumen konnte 2010 die Versorgungssicherheit erhöht und die zeitlich entkoppelte Stromerzeugung ermöglicht werden.

Eine im Frühjahr 2015 errichtete Power-to-Heat Anlage mit 6 MW Leistung ermöglicht die Aufnahme und funktionale Speicherung von regenerativem Überschussstrom und die Erbringung von Systemdienstleistungen für das Stromnetz.

Heute stellt die innovative Anlage eine Leistung von 96 MW th und 13 MW el bereit.                   

Heizkraftwerk Neukölln

Das 2006 in Betrieb genommene innogy-Kraftwerk am Teltowkanal im Berliner Ortsteil Rudow wird größtenteils mit Altholz und ergänzend mit Frischholz nach dem Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung betrieben. Pro Jahr werden etwa 250.000 Tonnen Holz benötigt, die wasserseitig über den Kanal angeliefert werden.

Das Holzheizkraftwerk stellt 66 Megawatt thermische Leistung und 20 Megawatt elektrische Leistung zur Verfügung. Zusätzlich stehen drei gasbefeuerte Spitzenlastkessel mit jeweils 33 Megawatt thermisch bereit. Der erzeugte Strom wird nach den Regelungen im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) ins Stromnetz eingespeist.

Die Rauchgasreinigung erfolgt nach Eindüsung von Aktivkoks und Kalkhydrat durch einen Gewebefilter. Dabei werden Emissionswerte erreicht, die größtenteils erheblich unter den genehmigten Werten liegen. Jährlich können so rund 235.000 t CO2 im Vergleich zu einem Kohleheizkraftwerk eingespart werden.

Das Kraftwerk wird von der BTB-Konzernmutter innogy SE betrieben.

Heizkraftwerk Schöneweide

Diese Anlage wurde 1963 als mit Kohle befeuertes Industriekraftwerk zur Dampf- und Stromversorgung der umliegenden Industrieanlagen errichtet. Nach der Übernahme im Jahre 1992 investierte die BTB zunächst in die Erneuerung einer der beiden Kessel sowie in die Errichtung einer modernen Rauchgasreinigung mit Entschwefelung und Entstaubung für diesen und einen weiteren Dampfkessel.  

2004 startete die zweite Modernisierungsphase des Heizkraftwerks, bei der ein weiterer Dampfkessel und eine Gegendruckdampfturbine mit Abwärmenutzung errichtet wurden. Gleichzeitig wurde die Mess- und Leittechnik des Heizkraftwerks vollständig erneuert. Die thermische Leistung der Anlage liegt bei 36 MW, die elektrische Leistung bei 9,6 MW.

Die BTB befindet sich derzeit in einer Testphase zur Erprobung regenerativer Brennstoffe. Nach erfolgreichem Abschluss der Testreihen soll das Kraftwerk Schöneweide entsprechend umgestellt werden.  

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Mit Energie.

Stefan Lühr

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